Das Wichtigste in Kürze

  • Kostenlose Keyword-Recherche funktioniert mit Google Suggest und Autovervollständigung.
  • Nutze die Keyword-Planer von Google Ads, auch ohne Kampagne zu schalten.
  • Analysiere die Suchintention, nicht nur das Suchvolumen, für bessere Ergebnisse.

Stell dir vor, du betreibst eine Bäckerei in Bochum und möchtest online mehr Kunden gewinnen. Du hast eine Website, aber niemand findet sie. Du hast gehört, dass man mit SEO mehr Sichtbarkeit erreichen kann, aber die Agenturen verlangen viel Geld. Also suchst du nach einer Möglichkeit, selbst Keywords zu finden – ohne teure Tools. Genau hier setzt dieser Artikel an: Du bekommst praktikable Wege, um deine Keyword-Recherche kostenlos durchzuführen.

Das Problem ist, dass viele kleine Betriebe glauben, sie bräuchten teure Software, um bei Google zu ranken. Das stimmt nicht. Es gibt zahlreiche kostenlose Methoden, die oft sogar besser zu deiner lokalen Zielgruppe passen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du Schritt für Schritt relevante Keywords findest, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du deine Inhalte darauf ausrichtest – ganz ohne Budget.

Google Suggest und Autovervollständigung nutzen

Die einfachste und effektivste Methode, um kostenlose Keyword-Ideen zu bekommen, ist die Autovervollständigung von Google. Wenn du in das Suchfeld einen Begriff eintippst, schlägt Google ähnliche Suchanfragen vor. Diese Vorschläge basieren auf echten Suchanfragen von Nutzern. Für eine Bäckerei in Bochum könntest du zum Beispiel 'Bäckerei Bochum' eintippen und erhältst Vorschläge wie 'Bäckerei Bochum Mitte' oder 'Bäckerei Bochum mit Café'.

Diese Vorschläge sind Gold wert, weil sie reale Suchintentionen widerspiegeln. Du kannst sie direkt als Keyword-Ideen nutzen oder als Ausgangspunkt für weitere Recherchen. Ergänze deine Eingabe mit verschiedenen Zusätzen wie 'bester', 'günstig', 'Lieferung' oder 'in der Nähe'. So deckst du unterschiedliche Suchabsichten ab. Notiere dir alle relevanten Begriffe in einer Tabelle – das wird deine erste Keyword-Liste.

  • Tippe dein Hauptprodukt oder deine Dienstleistung in die Google-Suche ein und notiere alle Vorschläge.
  • Variiere die Eingabe mit geografischen Zusätzen (z.B. Stadtteil, PLZ) und Adjektiven wie 'gut' oder 'preiswert'.
  • Nutze die Suche auf Google Maps, um lokale Suchbegriffe zu entdecken, die Kunden verwenden.
  • Achte auf verwandte Suchanfragen am Ende der Ergebnisseite – sie liefern weitere Ideen.
Praxistipp: Nutze den Google Vorschlag auch in der mobilen Suche, da dort oft andere Begriffe auftauchen als auf dem Desktop.

Google Keyword-Planer: Das kostenlose Tool von Google

Der Google Keyword-Planer ist Teil von Google Ads und eigentlich für Werbetreibende gedacht. Du kannst ihn aber auch ohne aktive Kampagne nutzen. Ein Google-Konto genügt. Im Keyword-Planer kannst du Suchbegriffe eingeben und erhältst monatliche Suchvolumina und Wettbewerbsdaten. Für lokale Betriebe ist das hilfreich, um die Nachfrage in deiner Region einzuschätzen – du kannst sogar den Standort auf deine Stadt oder PLZ eingrenzen.

Wichtig ist, dass du dich nicht von den absoluten Zahlen blenden lässt. Ein Begriff mit 1000 Suchanfragen bundesweit ist für deine Bäckerei in Bochum weniger relevant als ein lokaler Begriff mit 100 Suchanfragen. Der Keyword-Planer zeigt dir auch Keyword-Ideen an, die auf deinen Eingaben basieren. Kombiniere diese Daten mit deinen eigenen Ideen aus der Autovervollständigung, um eine solide Basis zu schaffen.

  • Erstelle ein Google-Konto und rufe den Keyword-Planer über Google Ads auf.
  • Wähle 'Neue Keywords finden' und gib deine Produkte oder Dienstleistungen ein.
  • Passe den Standort auf deine Stadt oder Region an, um lokale Suchvolumina zu sehen.
  • Exportiere die Keyword-Ideen als CSV-Datei und sortiere sie nach Relevanz.
Praxistipp: Achte darauf, dass du unter 'Filter' die Option 'Suchvolumen anzeigen' aktivierst, sonst siehst du nur relative Werte.

Konkurrenzanalyse: Was deine Mitbewerber tun

Ein Blick auf die Websites deiner lokalen Konkurrenten zeigt dir, welche Keywords sie bereits ansprechen. Du kannst ihre Seitentitel, Überschriften und Blogartikel analysieren. Wenn ein Betrieb bei Google gut rankt, hat er vermutlich eine klare Keyword-Strategie. Du musst diese nicht kopieren, aber du kannst daraus lernen. Nutze die Google-Suche selbst: Suche nach deinem Hauptbegriff und schau, welche Seiten in den Top 10 erscheinen.

Analysiere deren Inhalte: Welche Fragen werden beantwortet? Welche Begriffe tauchen in den Überschriften auf? Diese Keywords kannst du ebenfalls verwenden, aber versuche, sie zu verbessern oder zu ergänzen. Achte auch auf die Bewertungen deiner Konkurrenten – dort finden sich oft Formulierungen, die Kunden verwenden, und die du als Keywords aufgreifen kannst. Diese Methode ist kostenlos und liefert dir direkt umsetzbare Ideen.

  • Notiere dir die Top-10-Ergebnisse für dein Haupt-Keyword und analysiere deren Seitentitel.
  • Sieh dir an, welche Unterthemen in den Artikeln deiner Konkurrenz behandelt werden.
  • Lies Kundenbewertungen auf Google Maps oder Bewertungsportalen nach typischen Formulierungen.
  • Nutze den Seitenquelltext (Rechtsklick auf die Seite) um Meta-Tags zu sehen – sie enthalten oft Keywords.
Praxistipp: Erstelle eine Tabelle mit Konkurrenten, deren Keywords und deiner Einschätzung, was du besser machen kannst.

Suchintention verstehen: Die richtige Keyword-Wahl

Nicht jedes Keyword ist gleich wertvoll. Entscheidend ist die Suchintention: Will der Nutzer etwas kaufen (transaktional), sucht er Informationen (informational) oder möchte er eine bestimmte Webseite finden (navigational)? Für einen Bäckerei-Betrieb ist ein Keyword wie 'Bäckerei Bochum kaufen' eher transaktional, während 'Wie backe ich Brot selbst' informational ist. Du musst deine Inhalte auf die Intention ausrichten, um gute Rankings zu erzielen.

Kostenlose Tools wie der Google Keyword-Planer liefern dir keine Intention, aber du kannst sie durch logische Überlegungen ableiten. Ein Keyword mit 'kaufen', 'Preis', 'bestellen' oder 'Lieferung' deutet auf eine Kaufabsicht hin. Bei Dienstleistungen wie 'Steuerberater Bochum' ist die Intention oft gemischt. Erstelle für jede Keyword-Gruppe passende Inhalte: Produktseiten für transaktionale Keywords, Blogartikel für informative.

  • Unterteile deine Keyword-Liste in Kategorien wie 'Kauf', 'Information' und 'Lokale Suche'.
  • Für transaktionale Keywords: Erstelle Produkt- oder Dienstleistungsseiten mit klaren Handlungsaufforderungen.
  • Für informative Keywords: Schreibe Blogartikel, die Fragen beantworten und nützliche Tipps geben.
  • Prüfe bei jedem Keyword, ob es zu deinen Zielen passt – nicht jede Suchanfrage bringt dir Kunden.
Praxistipp: Ein Keyword mit hoher Kaufintention ist oft wertvoller als ein allgemeines mit hohem Suchvolumen, auch wenn es weniger Suchanfragen hat.

Kostenlose Tools und Alternativen im Überblick

Neben den bereits genannten Methoden gibt es weitere kostenlose Tools, die dir bei der Keyword-Recherche helfen. Dazu gehören der Google Trends, um saisonale Schwankungen zu erkennen, oder die Keyword-Ideen von der Suchmaschine Ecosia, die auf Bing basiert. Auch die 'People also ask'-Box bei Google liefert wertvolle Fragen, die du als Keywords oder für deine FAQ nutzen kannst. Diese Tools sind alle kostenlos und benötigen nur ein Konto oder gar keins.

Achtung: Viele kostenlose Tools haben Einschränkungen, wie begrenzte Abfragen pro Tag oder keine genauen Suchvolumina. Verlass dich daher nicht allein auf ein Tool, sondern kombiniere mehrere Methoden. Eine gute Keyword-Liste entsteht aus deiner eigenen Kreativität und den Daten, die du sammelst. Notiere alles in einer Tabelle oder einem Dokument, damit du später darauf zurückgreifen kannst.

  • Nutze Google Trends, um zu sehen, ob ein Keyword an Popularität gewinnt oder verliert.
  • Klicke auf 'People also ask' in den Google-Suchergebnissen, um Fragen zu finden, die Nutzer stellen.
  • Verwende die Autovervollständigung von Bing oder Ecosia für zusätzliche Ideen.
  • Erstelle dir eine einfache Excel-Tabelle mit Spalten für Keyword, Suchvolumen, Intention und Priorität.
Praxistipp: Teste verschiedene Tools und finde heraus, welche dir am besten passen – es gibt keine Pflicht, ein Tool zu verwenden.

Fazit

Keyword-Recherche muss kein teures Unterfangen sein. Mit den vorgestellten kostenlosen Methoden – Google Suggest, Keyword-Planer, Konkurrenzanalyse und Tools wie Google Trends – kannst du eine solide Basis für deine SEO-Strategie schaffen. Wichtig ist, dass du die Suchintention im Blick behältst und deine Inhalte darauf ausrichtest. Sei geduldig: SEO wirkt nicht über Nacht, aber mit kontinuierlicher Arbeit wirst du Ergebnisse sehen. Starte noch heute mit einer einfachen Liste und arbeite dich Schritt für Schritt vor.

Häufige Fragen

Ist Google Keyword-Planer wirklich kostenlos?

Ja, der Google Keyword-Planer ist kostenlos nutzbar, auch ohne aktive Werbekampagne. Du benötigst lediglich ein Google-Konto. Du kannst Suchvolumen und Keyword-Ideen abrufen, allerdings ohne exakte Zahlen – du bekommst Spannen. Das reicht für eine grobe Einschätzung völlig aus.

Wie finde ich lokale Keywords für mein Geschäft?

Nutze die Autovervollständigung von Google mit deinem Ort oder deiner PLZ, z.B. 'Bäckerei Bochum'. Zusätzlich hilft der Keyword-Planer mit dem Standortfilter. Analysiere auch die Websites lokaler Konkurrenten und lese Kundenbewertungen, um typische Suchbegriffe zu finden.

Welche kostenlosen Tools für Keyword-Recherche gibt es noch?

Neben Google Keyword-Planer gibt es Google Trends, die 'People also ask'-Box und Suchvorschläge von Bing oder Ecosia. Auch die Autovervollständigung auf YouTube und Amazon kann hilfreich sein. Alle diese Tools sind kostenlos, haben aber unterschiedliche Stärken.

Wie erkenne ich die Suchintention bei Keywords?

Achte auf Wörter wie 'kaufen', 'bestellen', 'Preis' oder 'Angebot' – sie deuten auf Kaufabsicht hin. Fragen wie 'wie' oder 'was ist' signalisieren Informationssuche. Bei lokalen Keywords wie 'Bäckerei Bochum' ist die Intention oft gemischt, aber meistens will der Nutzer ein Geschäft in der Nähe finden.